07. August 2017

"Arte-Ost" bleibt vorerst Utopie

lm Koalitionsvertrag von CDU und SPD steht folgender Absatz: ,,Die Koalitionspartner werden im Sinne des europäischen Gedankens prüfen, inwieweit ein multinationaler Fernsehsender nach dem Vorbild
von ,,Arte" gemeinsam mit unseren osteuropäischen Nachbarn unterstützt werden kann (Arte-Ost)."

Nachdem nun knapp drei Jahre vergangen sind, habe ich mal nachgefragt, wie weit das Projekt inzwischen gediehen ist. Die Antwort der Staatsregierung fällt ernüchternd aus.

Wie die Staatskanzlei mitteilt, gab es zwar diesbzgl. Gespräche mit "Akteuren aus der Medienbranche (u. a. Vertreter von ARTE, des MDR, der Mitteldeutschen Medienförderung, des Filmfests Dresden, des Filmverbands Sachsen, der AG Kurfilm, des lokalen Fernsehsenders EIbTV und des Filmfestivals Cottbus)". Diese lassen jedoch erkennen, "dass die Realisierung eines multinationalen Fernsehsenders im Sinne des Prüfauftrages des Koalitionsvertrages sowohl mit Blick auf das bereits bestehende Angebot als auch im Hinblick auf seine Finanzierbarkeit erhebliche Defizite bei der Zweck-Mittel-Relation und der Nachhaltigkeit der Finanzierung erwarten lässt." Kurz gesagt: Die Idee war nicht schlecht, aber es gibt keine finanziellen Mittel dafür und außerdem gibt es bereits Medien, die das gewünschte Programm anbieten.Die Staatsregierung verweist diesbzgl. auf die Zusammenarbeit des MDR mit tschechien und polnischen Hörfunk- und Fernsehanstalten sowie die Assoziierungsverträge von ARTE mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVP in Polen als auch mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Ceská televize in Tschechien.

Damit bleibt ein Fernsehsender "Arte Ost" vorerst Utopie. Denn die Antwort der Staatsregierung lässt erkennen, dass das Projekt nicht groß weiter verfolgt werden wird.

Kategorien: Landtag, MDR, Medienpolitik

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