26. Juli 2017

Studie der Böckler-Stiftung zeigt: Arbeitsmarktpolitik von Bund und Land ist gescheitert

"Arbeitsamt" Sammy Zimmermanns / flickr / CC BY 2.0

Die Freie Presse berichtet heute von einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zur Arbeitsmarktsituation in Mittelsachsen. Demnach arbeiten aktuell rund 43.600 Menschen im Landkreis Mittelsachsen in Teilzeit oder Leiharbeit beziehungsweise haben einen Minijob als alleiniges Einkommen. Besonders die Teilzeit-Beschäftigung habe drastisch zugenommen: Von 2003 zu 2016 um 89 Prozent.

Dazu erklärt Falk Neubert, Kreisvorsitzender DIE LINKE. Mittelsachsen und Bundestagsdirektkandidat im Wahlkreis 161:

„Wenn in Mittelsachsen der Anteil der Teilzeit-Beschäftigten auf das Doppelte ansteigt, ist das ein dringendes Signal an Bund und Land ihre Arbeitsmarktpolitik zu überdenken. Zumal 2013 bereits bundesweit ein Rückgang der atypischen Beschäftigungen zu verzeichnen war.

Es reicht eben nicht sich damit zu brüsten den Mindestlohn eingeführt zu haben – der zudem nicht einmal vor Altersarmut schützt. Es braucht einen grundlegenden Wandel in der Arbeitsmarktwelt. Mini-Jobs und Leiharbeit müssen endlich verboten werden, um eine Ausbeutung der Beschäftigten zu verhindern. Es muss endlich ein volles Rückkehrrecht auf Vollzeit nach einer freiwilligen Teilzeit gesetzlich verankert werden. Und sachgrundlose Befristungen bzw. Kettenbefristungen sind ersatzlos zu streichen.

Wenn wir den ländlichen Raum stärken wollen, braucht es gute Arbeitsplätze vor Ort. Mit Teilzeit und Minijobs verlieren wir hingegen die Fachkräfte an die Oberzentren und die kommen dann meist nicht wieder.“

Kategorien: Mittelsachsen, Pressemitteilungen, Soziales, Arbeit

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