19. Dezember 2016

Ziel- und Zuschussvereinbarungen bringen den Hochschulen neue Probleme

Am heutigen Tag unterzeichnen die sächsischen Hochschulen und die Staatsregierung die neuen Ziel- und Zuschussvereinbarungen. Die sächsischen Hochschulen müssen mit dem neuen Hochschulentwicklungsplan sowie den von 2017 bis 2024 geltenden Ziel- und Zuschussvereinbarungen keine Personalstellen mehr abbauen, stattdessen wird der Rotstift bei den Studierendenzahlen angesetzt. Bis 2025 sollen die sächsischen Hochschulen die Studierendenzahl von 106.000 auf 95.000 um mehr als 10.000 Studierende verringern. Diese rein politische Zielvorgabe hat für die Hochschulen fatale Folgen:

Wie zukünftig die Absenkung der Studierendenzahl umgesetzt werden soll, bleibt laut Staatsregierung den Hochschulen überlassen (DS 6/5687). Die Rektorinnen und Rektoren werden gezwungen, den Numerus Clausus zu erhöhen, damit werden die Hürden des Zugangs zur Hochschule für viele Studieninteressierte unüberwindbar. Außerdem wird wohl noch mehr als sonst auf die Einhaltung der Regelstudienzeit gedrungen, zur Not auch mit der Erhebung von Langzeitstudiengebühren.

Die Finanzierung der Studierendenwerke, welche sich zum großen Teil über die Studierendenbeiträge finanzieren, wird wieder zu großen Einschnitten führen. Die Kompensation der fehlenden Grundmittel durch die Erhöhung der Einwerbung von Drittmitteln verschärft die Konkurrenz unter den Hochschulen weiter. Exzellenz und Effizienz stehen im Vordergrund, Fächervielfalt, demokratische Mitbestimmung, Schaffung von planbaren Karriereperspektiven an den Hochschulen haben keinen Platz mehr.

 

Den Artikel der Freien Presse finden Sie hier.

Kategorien: Hochschulpolitik

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